Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Werdegang des 1. Anglervereins Durlach 1923 e.V.Auszug aus unserem GründungsprotokollAuszug aus unserem Gründungsprotokoll

Angler gab es schon immer in Durlach.

Und do war es nur logisch, daß sich am 09.02.1923 im Gasthaus "Friedrichshof" in Durlach begeisterte Durlacher Angler zur Gründung eines Vereins trafen.

 

Der Name des Vereins damals:

1. Angelsportverein Durlach 1923 - e.V.

 

Karl und Sepp Müller, Albert Schmidt und Adam Franz hoben, zusammen mit einigen anderen Kameraden, den Verein aus der Taufe. Er wurde zunächst mit Pfinz- und Beunseewasser getauft.

 

Die wichtigsten Vorsätze die zur Vereinsgründung führten:

- Sinnvolle Bewirtschaftung der Gewässer

- Besatz von Edelfischen

- Hege und Pflege der Gewässer und des Fischbestandes

- Schaffung klarer Rechtsverhältnisse bezüglich Gewässerpacht

- Pflege der Kammeradschaft

 

1923 standen dem Verein nur der Beunsee (den alten Durlachern noch als "Rotes Meer" ein Begriff) und die Pfinz, auf Durlacher Gemarkung, zur Verfügung. Der Beunsee befand sich in einem verwahrlosten Zustand und musste erst in Gemeinschaftsarbeit ausgekrautet und mit Fischen besetzt werden. Ein schwieriges Problem, denn Not und Inflation herrschte damals in Deutschland und das Geld war knapp. Trotzdem schaffte es der Verein den Beunsee in ein beliebtes Fischgewässser und Erholungsparadies zu verwandeln. Manches Fischerfest wurde am Seeufer abgehalten.

Leider wurde dieses wunderschöne Stück Natur 1935 zerstört. In diesem Jahr wurde nämlich mit dem Bau des Pfinz-Entlastungskanals begonnen (Pfinz-Saalbach-Korrektion). Mit der dort anfallenden Aushuberde schüttete man den Beunsee einfach zu. Dadurch wurde der Verein seines schönsten Gewässers beraubt. Aus dem Beunsee wurden Kleingärten, Liegewiesen des Turmbergbades und Campingplätze.

Glücklicherweise war es dem Verein gelungen, 1934 den Baggersee im Oberwald zu pachten, der auch wieder vom Verein in einem sinnvollen Zustand gebracht werden musste.

Oberwaldsee, Erweiterung 1970Oberwaldsee, Erweiterung 1970

 

 

Im Jahre 1970 wurde er ausgebaggert und die Wasseroberfläche auf das doppelte vergrößert. Der See ist heute ein beliebtes Ausflugsziel bei Spaziergängern, Familien und Sportlern.

 

 

Die Durlacher Pfinz, jahrelang das Sorgenkind des Vereins dessen Fischbestand durch den jährlichen "Pfinzabschlag" total vernichtet wurde, präsentiert sich heute in einem sehr guten Zustand. Besonders die Renaturierungsmaßnahmen der Stadtverwaltung haben nicht nur eine optische Verbesserung, sondern auch die Lebensgrundlagen der Fische nachhaltig positiv beeinflusst. Dank der sehr guten Wasserqualität ist die Pfinz ein gutes Forellengewässer geworden.

Die Pfinz auf Grötzinger Gemarkung und der Pfinz-Entlastungskanal bis zur Landstraßenbrücke Hagsfeld/Blankenloch sind durch langfristige Pachtverträge Fischgewässer des Vereins geworden. Ein guter und gesunder Fischbestand, dank sinnvoller Bewirtschaftung, macht sie zu einem beliebten Angelgewässer.

 

Der 2. Weltkrieg und die wirtschaftliche Situation der Nachkriegsjahre hat dem Verein stark geschadet. Karl Müller ist es zu verdanken, dass der Verein in dieser Zeit nicht von der Bildfläche verschwand. Er hat die Verwaltung und die Pachtverträge weiter geführt und somit wenigen Getreuen die Grundlage für einen Neuaufbau 1958 geschaffen.

Der Verein blühte auf. Zeitweise zählte der Verein 150 Mitglieder aus allen Kreisen der Bevölkerung.

 

Der Anglerverein gehört dem Verband für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg e.V. seit 1960 (heute: Landesfischereiverband Baden-Würtemberg e.V.) als Mitglied an, um so der Fischerei in einem gößeren Rahmen zu dienen. Vor dem Krieg war er schon Mitglied des Deutsches Fischerverbandes.

 

Die Fischerfeste, welche früher am Beunsee abgehalten wurden, kamen den Vereinsoberen wieder in Erinnerung. Mit dem Ergebnis, dass es ab 1968 dieses Volksfest wieder fester Bestandteil des Durlacher Festreigens wurde. Die ersten beiden Fischerfeste wurden 1968 und 1969 auf dem Gelände des Kleintierzuchtverein Durlach, auf der Hub, abgehalten. Danach ging es in die zentral gelegene Weiherhalle, alles in Ermangelung eines Festplatzes in Durlach. Der Zuspruch der Besucher war überwältigend, nicht zuletzt dank unseres anerkannt guten Angebotes an gebackenen Fischen. Auch ein Vergnügungspark trug dazu bei. 

Leider waren die Tage der Weiherhalle gezählt und somit auch das Durlacher Fischerfest in seiner Existenz bedroht. In dieser Situation beschloss der Verein sein zwischenzeitlich von der Stadt Karlsruhe gepachtetes Vereinsgelände auf der Lenzenhub auszubauen und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Es wurde ein Vereinsheim in vierjähriger Eigenarbeit von nicht allzu vielen Vereinsangehörigen, ohne einen Pfennig Zuschuss von irgend einer Stelle, erbaut. Eine Leistung, die sich sowohl von der als auch vom Ergebnis her sehen lassen kann. Um eine optimale Versorgung seiner Gäste auf dem alljährlichen, nunmehr auf der Vereinsanlage stattfindenden Fischerfest zu gewährleisten, wurde 1989 noch ein Wirtschaftsgebäude errichtet, in welcher alle Verpflegungseinrichtungen untergebracht sind.

Das Fischerheim, mit seiner großen Terrasse, Bierpavillon, Kinderspielplatz mit großer Wiese, Parkplätzen und Straßenbahnhaltestelle in unmittelbarer Nähe, eingerahmt vom Grün der Bäume, zählt mit zu den schönsten Vereinslagen in Durlach.

 

Wenn wir nun die Summe aller Ereignisse zusammen zählen, die der Anglerverein seit 1923 hinter sich gebracht hat und wenn wir wissen, dass 1958 wieder 10 Mann den Verein auf eine breite Basis zu stellen versuchten, so können wir heute behaupten, dass uns dies gelungen ist.

Der Verein zählt heute rund 70 Mitglieder. Die uns zur Verfügung stehenden Gewässer lassen eine Mitgliederzahl von mehr als 80 nicht zu.

Unser kleiner Verein widmet sich der Jugendarbeit, genauso wie dem geselligen Leben seiner Mitglieder.

Er ist aufgeschlossen für die Belange der Stadt und insbesondere der des Stadtteils Durlach.

Der 1. Anglerverein Durlach 1923 e.V. will nicht mehr und nicht weniger sein als jeder andere Verein und sieht seine vornehmste Aufgabedarin, in seinem Rahmen der Allgemeinheit zu dienen.

Umweltschutz, Hege und Pflege des Fischbestandes und der Gewässer sind nicht nur ein satzungsgemäßes Muss, sondern für den verantwortungsbewussten Angler eine Selbstverständlichkeit.